Die Ursachen für Lernblockaden sind vielfältig, und meistens ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren. Überforderung spielt dabei eine große Rolle. Wenn Stoff zu viel, zu schnell und zu unstrukturiert auf ein Kind einprasselt, schaltet das Gehirn irgendwann ab. Das ist keine Schwäche, sondern ein Schutzmechanismus des Körpers.
Dazu kommt häufig das Thema Selbstwirksamkeit. Kinder, die in der Vergangenheit oft gehört haben „Du machst das wieder falsch" oder die das Gefühl entwickelt haben, dass Anstrengung sich nie auszahlt, verlieren irgendwann die Überzeugung, dass sie es schaffen können. Sie hören auf zu versuchen, bevor sie überhaupt richtig angefangen haben. Dieser Mechanismus ist tief verankert und lässt sich nicht einfach mit Motivation oder Belohnungen außer Kraft setzen.
Auch die Situation zuhause hat einen Einfluss, den viele unterschätzen. Wenn jedes Mal, wenn dein Kind lernen soll, Streit entsteht, wird Lernen emotional mit Konflikt verknüpft. Das führt mit der Zeit dazu, dass allein das Öffnen des Schulranzen unangenehme Gefühle auslöst. Das Kind meidet die Situation, du machst mehr Druck, es entsteht mehr Streit. Ein Kreislauf, aus dem man ohne bewussten Eingriff nicht einfach herauskommt.
Und schließlich gibt es Kinder, die schlicht nie gelernt haben, wie Lernen konkret funktioniert. Keine Struktur, keine Strategie, keine Routine. Sie sitzen vor dem Stoff und wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Das Ergebnis ist Lähmung, und von außen sieht das verdammt nochmal nach Faulheit aus.